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Sie können nicht einfach jemanden an Ihre US-Firma in einem Überseemarkt einstellen

By June 1, 2019 July 1st, 2019 No Comments

Eines von fünf Unternehmen, mit denen wir sprechen, hat einen Arbeitnehmer, der auf einem ausländischem Markt mit einem Arbeitsvertrag laut den rechtlichen Bedingungen am Hauptsitz des Unternehmens tätig ist. Manchmal liegt das daran, dass die Geschäftsleitung einfach nicht ausreichend Zeit hat, eine entsprechende Struktur einzurichten, bevor der Arbeitnehmer seine Arbeit aufnimmt (und plant, die Situation später zu lösen). Doch in den meisten Fällen liegt es daran, dass sich die Geschäftsleitung nicht bewusst ist, dass diese Struktur weder legal noch wirksam ist.  Nachfolgend führen wir die Gründe auf, warum dies ein Problem ist und warum es eine Rolle spielt.

Warum Sie nicht einfach jemanden im Ausland für Ihr deutsches Unternehmen anstellen können:

  1. Ein Arbeitnehmer ist immer an das Arbeitsrecht des Landes gebunden, in dem er tätig ist. Die Einzelheiten des Arbeitsvertrags sollten an das jeweilige Land angepasst sein.  Der deutsche Arbeitsvertrag reicht wahrscheinlich nicht aus; daher können Sie genauso gut die Kündigungsklausel aus dem Vertrag entfernen.
  2. Um die Vorschriften der Arbeitsmarktbehörde bei Fällen von Arbeitnehmern gegen Arbeitgeber durchzusetzen, muss ein örtliches Unternehmen existieren , welches solche Fälle vor Gericht vertreten kann.  Wenn Sie kein örtlich eingetragenes Unternehmen haben, bei dem der Arbeitnehmer angestellt ist, lösen Sie eine Vielzahl verschiedener Probleme aus (siehe weiter unten unter „Warum es eine Rolle spielt“).
  3. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen Sozialversicherungsbeiträge (Krankenkassen, Rentenbeiträge, Arbeitsunfallversicherung usw.) in dem Land zahlen, in dem der Arbeitnehmer beschäftigt ist.  Nur ein lokales Unternehmen kann sich dazu bei den zuständigen Behörden anmelden und die entsprechenden Zahlungen leisten.  Außerdem erwarten die besten Talente auf dem Arbeitsmarkt ihre landeseigene Rente, die man ohne ein Unternehmen, das sie im Inland anstellt, nicht bieten kann.
  4. In vielen Ländern ist es zudem erforderlich, dass das Unternehmen die Einkommenssteuern für den Arbeitnehmer einbehält und einzahlt.  Nur ein lokales Unternehmen kann sich dazu bei den zuständigen Behörden anmelden und die entsprechenden Zahlungen leisten.
  5. Wenn Sie eine ausländische Person auf einen Markt senden, muss ein lokales Unternehmen als „Sponsor“ für deren Arbeitsgenehmigung tätig sein – ausländische Unternehmen können keine Arbeitsgenehmigungen sponsern.  Ohne die Arbeitsgenehmigung verfügt die ausländische Person also nicht über das Recht, im jeweiligen Land zu arbeiten.

Warum es eine Rolle spielt:

  1. Das örtliche Arbeitsrecht setzt im Fall eines Konfliktes die vertraglichen Bedingungen außer Kraft. Ihr Arbeitnehmer kann daher Ansprüche auf fast alles gegen Sie vorbringen, da Ihr Arbeitsvertrag nichts zu den örtlichen Arbeitsvorschriften erwähnt.
  2. Ihr Arbeitnehmer hat keinen Zugang zum lokalen Gesundheitssystem oder zur staatlichen Rentenkasse.
  3. Ihr Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf Krankengeld oder andere Zusatzleistungen.
  4. Ihr Arbeitnehmer wird wahrscheinlich in einer anderen Währung als seiner Landeswährung bezahlt, was wiederum Wechselkurskosten und potentielle Schwankungen von Monat zu Monat bedeutet.
  5. Lesen Sie hier weiter, um Beschäftigung im Ausland besser zu verstehen.
  • Den Behörden gefällt es gar nicht, wenn jemand nicht in ihre Sozialversicherungssysteme einzahlt. Wenn sie erfahren, dass Sie jemanden beschäftigen und nicht in die entsprechenden Systeme einzahlen, kommt es meist zu den folgenden Situationen:

  1. Strafen und Bußgelder
  2. Forderung einer sofortigen Zahlung der in der Vergangenheit fälligen Beiträge, rückwirkend bis zum ersten Beschäftigungstag
  3. Auslösung einer umfangreichen Arbeitgeber-Prüfung
  4. Wenn zum Vorschein kommt, dass Sie über keine rechtmäßige Beschäftigungsstruktur vor Ort verfügen, beginnt damit auch eine Prüfung der ständigen Niederlassung und warum Sie nicht über ein örtlich eingetragenes, Steuern zahlendes Unternehmen verfügen
  5. Was wiederum zu einer Wirtschafts- und Steuerprüfung führt
  6. Wofür Sie dazu gezwungen sind, ein Unternehmen zu gründen
  7. Und Strafgebühren und Bußgelder für vorherige Verstöße zu zahlen
  8. Sowie die zuvor nicht gezahlten Einkommenssteuern, wenn die Behörden einseitig beschließen, dass Sie diese schulden
  • Wenn eine ausländische Person ohne ein zulässiges Arbeitsvisum in einem Land arbeitet, wird diese SOFORT des Landes verwiesen. Wenn dies im nahen Osten geschieht, landet der Arbeitnehmer im Gefängnis.

  1. Hoffentlich hatten Ihre Kunden und potentiellen Kunden nicht geplant, den Arbeitnehmer an diesem Tag/diese Woche/diesen Monat zu treffen
  2. Hoffentlich hatte der Arbeitnehmer nicht besonders viele Wertsachen oder emotional behaftete Gegenstände in seiner Wohnung, denn mitunter kommt er nicht mehr zurück, um diese abzuholen
  3. An diesem Punkt werden Sie für die Behörden zum roten Tuch. Selbst wenn Sie vor Ort ein Unternehmen gründen wollen und entsprechend der Vorgaben Arbeitnehmer anheuern wollen, werden die Behörden Ihnen das Leben schwer machen oder Ihnen gar nicht erst erlauben, im Land tätig zu sein

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Kurz gefasst: Die Risiken sind es einfach nicht wert. Wenn jemand tatsächlich als Vertreter tätig ist, lassen Sie ihn einen Vertretungsvertrag entsprechend der örtlichen Richtlinien unterzeichnen und sorgen Sie dafür, dass seine Tätigkeiten sich tatsächlich auf die eines Vertreters beschränken.  Wenn jemand nicht als Vertreter tätig ist oder Sie in einem Land wie Brasilien arbeiten, in dem „Vertreter“ überhaupt nicht anerkannt sind, nutzen Sie eine Employer of Record (Eingetragener Arbeitsgeber), die den Arbeitnehmer in Ihrem Auftrag einstellt. Velocity Globals Employer of Record (Eingetragener Arbeitsgeber)
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